Jahunderte alte Tradition neu interpretiert

Orientalischer Tanz

Typisch für den Orientalischen Tanz sind die exakten, mal knackigen, mal geschmeidigen binnenkörperlichen Techniken sowie die gefühlvolle Interpretation arabischer Musik. Zu mitreißenden orientalischen Rhythmen schwingen wir unsere Hüften und schweben elegant durch den Tanzsaal.

Was ist Orientalischer Tanz?

Die Ursprünge des klassisch Orientalischen Tanzes (arab.: Raks Sharki, auch als Bauchtanz bekannt) lassen sich bereits auf das alte Ägypten zurückverfolgen. Aber auch in der Moderne spielt das Land eine zentrale Rolle in der Entwicklung dieses Tanzes. Vermutlich wurde der Tanz im Zuge der Weltausstellung von 1893 im Westen bekannt. Seitdem erlebte Raks Sharki mehrere Boom-Wellen, vom Orientalismus des frühen 20. Jahrhunderts, über die Goldene Ära des ägyptischen Films in den 1950ern bis hin zu den Welttourneen der Bellydance Superstars in den 2000ern.


Orientalischer Tanz wird auf Grund der starken Betonung der Hüften oft als der “weiblichste aller Tänze” bezeichnet. Allerdings gibt es inzwischen auch zahlreiche Männer, die diesen Tanz für sich entdecken und teils mit großem Erfolg auf der Bühne interpretieren. Im Mittelpunkt des Raks Sharki steht die gefühlvolle Interpretation arabischer Musik.

Portrait von Elena Sapega

Elena Sapega

Elena liebt den Orientalischen Tanz und Orientalische Folklore mit all ihren Facetten. Am liebsten tanzt sie dabei zu Live-Musik.

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Zeitgenössischer Orientalischer Tanz bei Calaneya

 

Ähnlich wie in den anderen Kursen interpretieren wir auch den Orientalischen Tanz aus der zeitgenössischen Perspektive. Wichtiger als traditionelle Authentizität ist uns dabei das ganzheitliche Verständnis dieser Tanzform – was machen meine Füße, während ich eine Hüftacht mache? Wo ist mein Gewicht beim Shimmie? Was für ein Gefühl möchte ich mit dieser Choreografie zum Ausdruck bringen? Diese und ähnliche Fragen stehen bei uns im Vordergrund, wenn wir den Orientalischen Tanz unterrichten.

Je fortgeschrittener wir werden, umso intensiver beschäftigen wir uns dann mit den verschiedenen “Schulen” und Stilrichtungen des Raks Sharki und orientalischer Folklore. Requisiten wie Zimbeln, Schleier oder Stock kommen später ebenfalls dazu.

Tänzerin im Hintergrund-Photo: Karime

Kleine Begriffs- und Stilkunde

Die Welt des Orientalischen Tanzes ist groß und vielfältig. Auch wenn der Bauchtanz an sich ein unverkennbares Erscheinungsbild hat, so wird er in unterschiedlichen Ländern auf verschiedene Arten interpretiert. So unterscheidet sich der lässige ägyptische Stil durchaus vom türkischen, der geradezu von Stolz und Selbstbewusstsein strotzt. Russische Bauchtänzerinnen setzen gern auf makellose Technik und bühnenwirksame Ausstrahlung. Der US-amerikanische Cabaret-Stil besticht oft durch atemberaubende Show-Effekte.

Über den klassischen Orientalischen Tanz hinaus gibt es zahlreiche von Folkore inspirierte Bühnentänze wie Raks Assaya (Stocktanz, beeinflusst von Volkstänzen aus der oberägyptischen Region Sa’id), Nubischen Tanz und viele andere. Aber auch zahlreiche fantasievolle Fusionen wie Gypsy Fu oder Flamenco Arabe u.v.m. sind inzwischen entstanden.